Kurz gesagt: Ledaig ist die getorfte Variante aus der Tobermory Distillery auf der Isle of Mull. Der 10-Jährige reift laut Brennerei im Bourbonfass, wird mit 46,3 % vol abgefüllt und zeigt sich pfeffrig, rauchig und malzig. Eine interessante Alternative zu Islay, wenn du Rauch mit erdiger Note magst.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Brennerei | Tobermory Distillery |
| Herkunft | Tobermory, Isle of Mull, Schottland (Islands) |
| Whisky-Typ | Single Malt Scotch Whisky, getorft |
| Alter | 10 Jahre |
| Fass | Bourbonfass |
| Alkoholgehalt | 46,3 % vol |
| Inhalt | 0,7 l |
Was ist der Ledaig 10?
Der Ledaig 10 Jahre ist ein getorfter Single Malt Scotch Whisky von der Isle of Mull. Er stammt aus derselben Brennerei wie der ungetorfte Tobermory – nur dass für Ledaig getorfte Gerste verwendet wird. Die Brennerei selbst fasst den Stil in drei Worten zusammen: „Peppery, Smoky and Malty“, also pfeffrig, rauchig und malzig. Abgefüllt wird er mit 46,3 % vol, gereift ist er laut Brennerei im Bourbonfass. Die Flasche enthält 0,7 Liter.
Für viele ist Ledaig die Antwort auf die Frage, ob es rauchigen Whisky abseits von Islay gibt. Ja – und er hat einen eigenen Charakter. Mehr Vertreter findest du in unserer Kategorie rauchiger Whisky.
Brennerei & Herkunft: der „sichere Hafen“ auf Mull
Die Tobermory Distillery liegt im gleichnamigen Hauptort von Mull, an der Nordspitze der Insel. Gegründet wurde sie 1798 von John Sinclair, und zwar unter dem Namen Ledaig. Das gälische Wort bedeutet so viel wie „sicherer Hafen“. Heute trägt die Brennerei den Namen der Stadt, der historische Name lebt in der getorften Linie weiter.
Die Geschichte der Destillerie ist bewegt: Sie wechselte mehrfach den Besitzer, stand zeitweise still und wurde 1972 als Ledaig Distillery wiedereröffnet. 1990 wurde die Produktion modernisiert. Seit 2013 gehört sie über Burn Stewart Distillers zur südafrikanischen Distell-Gruppe, die wiederum Teil von Heineken ist. Gebrannt wird laut The Whisky Shop ein halbes Jahr ungetorft für Tobermory und ein halbes Jahr getorft für Ledaig.
Herstellung: getorfte Gerste, gleiche Brennblasen
Der Unterschied zwischen Tobermory und Ledaig liegt in der Gerste: Für Ledaig wird gemälzte Gerste verwendet, die beim Darren über Torffeuer getrocknet wurde. Destilliert wird auf denselben Pot Stills wie der ungetorfte Bruder. Die Reife erfolgt beim 10-Jährigen laut Brennerei im Bourbonfass.
- Getorfte, gemälzte Gerste
- Destillation in kupfernen Pot Stills der Tobermory Distillery
- 10 Jahre Reife im Bourbonfass
- Abfüllung mit 46,3 % vol
Einen Phenolwert (ppm) nennt die Brennerei in den von uns aufgerufenen Quellen nicht, ebenso wenig Angaben zu Kühlfiltration oder Farbstoff. Diese Punkte lassen wir daher offen.
Die Abfüllstärke von 46,3 % vol ist bei Tobermory und Ledaig einheitlich: Laut Wikipedia werden die Kernabfüllungen beider Linien – also die 10- und 18-jährigen Ledaig sowie die 12- und 21-jährigen Tobermory – mit diesem Wert abgefüllt. Damit liegen sie etwas über dem gesetzlichen Mindestwert von 40 % vol, den viele Standardabfüllungen nutzen.
Stil: Rauch, Pfeffer und Malz
Neben der Kurzbeschreibung der Brennerei („Peppery, Smoky and Malty“) zeichnet The Whisky Shop einen Gaumen aus verkohlter Eiche, Rauch, Gewürzen und einem Schuss Pfeffer mit mittellangem, rauchig-erdigem Abgang. Master of Malt spricht von einer erdigen, fast medizinischen Rauchnote mit frischer Frucht und Gewürz darunter.
Damit liegt der Ledaig im typischen Spektrum torfiger Inselmalts, wirkt aber erdiger und malziger als die oft maritim-jodigen Malts der Nachbarinsel. Wer die Islay-Klassiker kennt, findet einen Vergleich in unserer Kategorie Islay-Whisky.
Genuss: pur, mit einem Tropfen Wasser
Mit 46,3 % vol verträgt der Ledaig ein paar Tropfen Wasser gut – damit treten die süß-malzigen Noten hinter dem Rauch oft deutlicher hervor. Ein tulpenförmiges Nosing-Glas bündelt die Aromen; lass den Whisky ein paar Minuten atmen.
Als Begleitung bieten sich geräucherter Fisch, kräftiger Käse oder dunkle Schokolade an. Zum Mixen ist er weniger gedacht, kann aber einem Cocktail mit Rauchkomponente Tiefe geben.
Whisky ist eine Spirituose für Erwachsene: Genieße ihn bewusst und in Maßen – Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren.
Für wen lohnt er sich – und Alternativen
Der Ledaig 10 lohnt sich für dich, wenn du rauchigen Whisky magst und neben Islay auch andere Inseln entdecken willst. Viele Kundinnen und Kunden haben ihn online bewertet; er hat sich als Einstieg in die rauchige Inselwelt etabliert. Wenn du Torf grundsätzlich nicht magst, ist er die falsche Wahl – dann greif lieber zum ungetorften Tobermory 12 aus derselben Brennerei.
Rauchige Alternativen aus der Inselkategorie sind etwa der Talisker 10 von Skye, der ebenfalls Pfeffer und Rauch verbindet; wer es noch kräftiger mag, landet bei den Islay-Malts. Innerhalb der Brennerei gibt es mit dem Ledaig 18 eine ältere Abfüllung, die laut Brennerei-Shop zur Kernrange gehört.
Im direkten Vergleich der beiden Hausmarken siehst du die Unterschiede auf einen Blick:
| Merkmal | Ledaig 10 | Tobermory 12 |
|---|---|---|
| Gerste | getorft | ungetorft |
| Fass laut Brennerei | Bourbonfass | amerikanische Eiche |
| Stil laut Brennerei | pfeffrig, rauchig, malzig | zitrusfrisch, cremig, würzig |
| Alkoholgehalt | 46,3 % vol | 46,3 % vol |
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ledaig und Tobermory?
Beide kommen aus derselben Brennerei auf Mull. Ledaig wird aus getorfter Gerste gebrannt und ist rauchig, Tobermory aus ungetorfter Gerste.
Wie stark ist der Ledaig 10?
Er wird mit 46,3 % vol abgefüllt.
In welchem Fass reift der Ledaig 10?
Laut Brennerei im Bourbonfass, zehn Jahre lang.
Woher kommt der Name Ledaig?
Ledaig war der ursprüngliche Name der 1798 gegründeten Brennerei; das gälische Wort bedeutet so viel wie „sicherer Hafen“.
Quellen
- Tobermory Distillery – Shop
- Tobermory distillery – Wikipedia
- Digital Drams: Tobermory – The Whisky Shop
- Ledaig 10 Year Old – Master of Malt
- Produktangaben bei Amazon
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