Kurz gesagt: Four Roses Bourbon, früher „Yellow Label“, ist der Einstiegs-Bourbon der Brennerei aus Lawrenceburg, Kentucky. Er wird aus bis zu zehn verschiedenen Rezepten vermählt und gilt als leichter, ausgewogener Allrounder für pur und Cocktails.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Brennerei | Four Roses Distillery, Lawrenceburg, Kentucky |
| Herkunft | USA |
| Whisky-Typ | Kentucky Straight Bourbon |
| Rezepte | typischerweise alle 10 (8–10 je Charge) |
| Getreide | Mash Bills B und E (60–75 % Mais, 20–35 % Roggen, 5 % Gerstenmalz) |
| Alter | keine Altersangabe |
Was ist Four Roses Bourbon?
Four Roses Bourbon ist die Standardabfüllung der Brennerei Four Roses und war lange als „Yellow Label“ bekannt. Das Besondere: Er wird nicht aus einem einzigen Rezept, sondern aus mehreren der insgesamt zehn Four-Roses-Rezepte vermählt. Laut dem US-Fachportal Breaking Bourbon fließen typischerweise alle zehn ein, je nach Charge acht bis zehn. Eine Charge umfasst demnach 200 bis 400 Fässer.
Eine Altersangabe trägt der Whiskey nicht. Breaking Bourbon nennt ein durchschnittliches Alter von rund fünfeinhalb Jahren, mit Fässern zwischen etwa vier und zwölf Jahren. In den USA wird er mit 40 % vol. (80 proof) abgefüllt; Inhalt und Alkoholgehalt der hier vorgestellten Flasche siehst du in der Produktbox oben. Weitere Abfüllungen findest du in unserer Kategorie Bourbon.
Das Prinzip: zwei Mash Bills, fünf Hefen, zehn Rezepte
Four Roses arbeitet anders als die meisten Bourbon-Brennereien. Laut Hersteller kombiniert die Brennerei zwei Getreidemischungen mit fünf eigenen Hefestämmen und erhält so zehn verschiedene Bourbon-Rezepte. Diese werden einzeln oder vermählt abgefüllt.
| Mash Bill | Mais | Roggen | Gerstenmalz |
|---|---|---|---|
| B | 60 % | 35 % | 5 % |
| E | 75 % | 20 % | 5 % |
Beide Mash Bills sind roggenreich, B noch deutlich mehr als E. Die Hefen prägen den Charakter laut Hersteller bzw. VinePair so: V steht für zarte Frucht, K für leichte Würze, O für reiche Frucht, Q für florale Noten und F für kräuterige Aromen. Ein Rezeptcode wie OBSV setzt sich zusammen aus O (Four Roses), der Mash Bill (B), S (Straight Whiskey) und dem Hefestamm (V).
Für dich als Käufer ist dieses System praktisch: Die drei Kernabfüllungen unterscheiden sich vor allem darin, wie viele Rezepte vermählt werden. Der Standard-Bourbon setzt auf fast alle zehn, der Small Batch auf vier ausgewählte, der Single Barrel auf ein einziges Rezept aus einem einzigen Fass. Je weniger Rezepte, desto klarer tritt ein bestimmter Charakter hervor.
Brennerei & Herkunft: Lawrenceburg und Cox’s Creek
Four Roses wird in Lawrenceburg, Kentucky, gebrannt. Laut VinePair wurde die Brennerei 1910 errichtet und hieß ursprünglich Old Prentice Distillery. Gereift und abgefüllt wird der Whiskey rund 40 Meilen entfernt in Cox’s Creek. Laut Breaking Bourbon lagern die Fässer dort in einstöckigen Lagerhäusern – in Kentucky eher ungewöhnlich, da viele Brennereien mehrstöckige Rackhouses nutzen. Einstöckige Lager sorgen für gleichmäßigere Reifebedingungen.
Seagram besaß die Marke ab 1943, seit 2002 gehört Four Roses zum japanischen Kirin-Konzern. Die Fässer werden laut Breaking Bourbon rund 45 Sekunden ausgebrannt, was einem Char-Level zwischen Stufe 3 und 4 entspricht.
Stil: leicht, fruchtig, ausgewogen
Kurz zur Einordnung: Bourbon ist ein amerikanischer Whiskey, der überwiegend aus Mais gebrannt und in neuen, innen ausgebrannten Eichenfässern gereift wird. Daraus ergibt sich der typische Stil mit Vanille, Karamell und süßlicher Fülle. Die Zusatzbezeichnung „Straight“ steht für eine gesetzlich geregelte Mindestreifung ohne Zusatz von Farbstoffen oder Aromen.
Weil der Standard-Bourbon fast alle Rezepte vereint, zeigt er typischerweise eine ausgewogene Mischung aus Frucht, leichter Würze und Vanille. Die roggenreichen Mash Bills sorgen für etwas Pfeffer, die verschiedenen Hefen für fruchtige und florale Noten. Breaking Bourbon beschreibt ihn als gut ausbalanciert und hochwertig gemacht, für den puren Genuss aber eher dezent – seine Stärke sieht das Portal im Cocktail.
Die vergleichsweise niedrige Trinkstärke und das junge Durchschnittsalter erklären, warum er eher leicht wirkt. Wer einen kräftigen Bourbon zum Pur-Trinken erwartet, wird hier weniger fündig; wer einen sauberen, fruchtigen Bourbon für den Alltag sucht, dagegen schon.
Genuss, Zielgruppe und Alternativen
Four Roses Bourbon ist ein klassischer Mix-Bourbon. Im Whiskey Sour, Highball mit Ginger Ale oder im Old Fashioned macht er eine gute Figur. Pur oder auf Eis ist er leicht und unkompliziert. Zu Barbecue, Burgern oder Pfannkuchen mit Ahornsirup passt sein Profil.
Er lohnt sich für dich, wenn du einen leichten Bourbon für Cocktails suchst oder gerade erst einsteigst; mehr dazu unter Whisky für Einsteiger. Wenn du mehr Tiefe willst, ist der Four Roses Small Batch mit vier ausgewählten Rezepten der nächste Schritt. Den Charakter eines einzelnen Fasses zeigt der Four Roses Single Barrel.
Whisky ist eine Spirituose: Genieße ihn bewusst und in Maßen – und nur, wenn du mindestens 18 Jahre alt bist.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zum Yellow Label?
Four Roses Bourbon ist die heutige Bezeichnung der früher als „Yellow Label“ bekannten Standardabfüllung.
Wie viele Rezepte stecken im Four Roses Bourbon?
Typischerweise alle zehn Four-Roses-Rezepte, je Charge acht bis zehn.
Hat Four Roses Bourbon eine Altersangabe?
Nein. Laut Fachportal liegt das Durchschnittsalter bei rund fünfeinhalb Jahren.
Eignet er sich für Cocktails?
Ja, sein leichtes, ausgewogenes Profil macht ihn zu einem typischen Cocktail-Bourbon.
Quellen
- Breaking Bourbon: Four Roses Yellow Label
- Four Roses: Featured Recipe OBSK (Hersteller)
- VinePair: Four Roses Single Barrel Collection Guide
- Produktangaben bei Amazon
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