Kurz gesagt: Woodford Reserve Rye ist ein Kentucky Straight Rye Whiskey von Brown-Forman mit 53 % Roggen in der Maische, abgefüllt mit 45,2 % vol. in der 0,7-Liter-Flasche. Laut Hersteller verbindet er Roggenwürze mit Marzipan-Süße und Fruchtnoten. Ein ausgewogener Rye für pur und Cocktails.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Marke | Woodford Reserve (Brown-Forman) |
| Herkunft | Versailles, Kentucky, USA |
| Whisky-Typ | Kentucky Straight Rye Whiskey |
| Maische | 53 % Roggen, 33 % Mais, 14 % Gerstenmalz |
| Alkoholgehalt | 45,2 % vol. |
| Inhalt | 0,7 l |
Was ist Woodford Reserve Rye?
Woodford Reserve ist vor allem für seinen Bourbon bekannt. 2015 kam laut dem britischen Händler Page & Sons der Rye als dritte Abfüllung der Kernrange hinzu; The Bourbon Culture beschreibt ihn als erste neue Whiskey-Veröffentlichung dieser Produktoffensive. Laut Produkttitel kommt er mit 45,2 % vol. in der 0,7-Liter-Flasche.
Als Kentucky Straight Rye muss der Whiskey in Kentucky hergestellt sein, mindestens 51 % Roggen enthalten und mindestens zwei Jahre in neuen, ausgebrannten Eichenfässern reifen. Woodford Reserve Rye liegt mit 53 % Roggen nur knapp über dieser Grenze und folgt damit der Tradition klassischer Kentucky-Ryes mit hohem Maisanteil.
Brennerei & Herkunft
Die Woodford Reserve Distillery liegt in Versailles, Kentucky, und gehört zum Konzern Brown-Forman. Laut Page & Sons wurde das Gelände 1995 zurückgekauft und 2003 in Woodford Reserve umbenannt. Master Distiller ist Chris Morris, der auch für die übrigen Whiskeys der Marke verantwortlich zeichnet.
Die Brennerei ist bekannt für ihre in Schottland gefertigten kupfernen Pot Stills und Dreifachdestillation. Ein Teil des Destillats stammt laut Page & Sons zudem aus einer Säulenbrennanlage. Welchen Anteil diese Verfahren am Rye haben, nennen die Quellen nicht; The Bourbon Culture vermutet, dass Destillat aus Versailles und aus der Brown-Forman-Brennerei in Shively verwendet wird, das ist aber nicht bestätigt.
Rezeptur: was 53 % Roggen bedeuten
Die Maische besteht laut The Bourbon Culture aus 53 % Roggen, 33 % Mais und 14 % gemälzter Gerste. Zum Vergleich: Der Woodford Reserve Bourbon arbeitet mit 72 % Mais und 18 % Roggen. Der Rye ist also gewissermaßen das Spiegelbild des Bourbons.
Der vergleichsweise hohe Maisanteil sorgt typischerweise für mehr Süße und Rundheit als bei sehr roggenreichen Ryes mit 90 % und mehr Roggen. Die Würze des Roggens bleibt aber deutlich spürbar. Eine Altersangabe trägt die Flasche nicht; The Bourbon Culture schätzt mindestens vier Jahre.
Stil laut Hersteller
Die offiziellen Verkostungsnotizen, die Page & Sons wiedergibt, beschreiben eine würzige Nase mit Roggen, schwarzem Pfeffer, Zedernholz, Zimtkassie und einer Marzipan-Süße, im Hintergrund Birne, Apfel und Mandel. Am Gaumen nennt der Hersteller Nelke, Roggen, Minze, Melasse, Sorghum und Honig mit Apfel und Malz, im Abgang lange, süße Würze.
Insgesamt zeigt sich also ein Rye, der Würze und Süße ausbalanciert, statt einseitig auf Pfeffer zu setzen.
Genuss
Pur kommt die Aromenvielfalt am besten in einem Tulpenglas zur Geltung, etwa aus unserer Kategorie Whiskygläser. Ein paar Tropfen Wasser öffnen die Frucht- und Marzipannoten. Auf einem großen Eiswürfel wird er runder.
Im Cocktail funktioniert Woodford Reserve Rye vor allem in Drinks, die nicht zu süß werden sollen:
- Manhattan: 5 cl Rye, 2,5 cl roter Wermut, 2 Spritzer Angostura, auf Eis verrühren und in eine vorgekühlte Schale abseihen.
- Old Fashioned: 5 cl Rye, 1 Barlöffel Zuckersirup, 2 Spritzer Angostura, auf einem großen Eiswürfel verrühren, mit Orangenzeste abspritzen.
- Whiskey Sour: 5 cl Rye, 2,5 cl Zitronensaft, 1,5 cl Zuckersirup, kräftig shaken und auf Eis servieren.
Zum Essen passen Pastrami, würzige Wurstwaren oder Apfelkuchen. Whisky ist eine Spirituose: Genieße ihn bewusst und in Maßen, Abgabe nur an Erwachsene ab 18 Jahren.
Rye oder Bourbon von Woodford?
Weil beide Whiskeys aus demselben Haus stammen und mit ähnlicher Trinkstärke abgefüllt werden, eignen sie sich ideal für einen direkten Vergleich. Beim Bourbon dominiert der Mais mit Süße, Vanille und Karamell, beim Rye übernimmt der Roggen mit Pfeffer, Kräutern und Minze. Gerstenmalz und Fassreifung sind ähnlich, die Unterschiede kommen also vor allem vom Getreide.
Stell beide in gleichen Gläsern nebeneinander, probiere zuerst den Bourbon, dann den Rye, und achte darauf, wie sich die Würze im Abgang unterscheidet. Für Cocktails gilt als Faustregel: Bourbon für runde, süßere Drinks, Rye für trockenere, würzigere Varianten.
Zur Lagerung: Flasche stehend, dunkel und bei gleichmäßiger Temperatur aufbewahren.
Für wen lohnt er sich – und für wen eher nicht?
- Für dich, wenn du den Woodford Reserve Bourbon kennst und die Roggen-Variante vergleichen willst.
- Für Rye-Einsteiger, die eine ausgewogene, nicht zu pfeffrige Variante suchen.
- Für Manhattan- und Old-Fashioned-Fans.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der Roggenanteil?
Laut The Bourbon Culture 53 % Roggen, dazu 33 % Mais und 14 % gemälzte Gerste.
Wie viel Alkohol hat Woodford Reserve Rye?
Laut Produkttitel 45,2 % vol.
Seit wann gibt es den Rye?
Seit 2015.
Wer stellt Woodford Reserve her?
Brown-Forman, in der Woodford Reserve Distillery in Versailles, Kentucky.
Quellen
- Page & Sons: Woodford Reserve Rye Whiskey
- The Bourbon Culture: Woodford Reserve Straight Kentucky Rye
- Produktangaben bei Amazon
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