Kurz gesagt: Der Lagavulin 8 Jahre entstand 2016 zum 200. Geburtstag der Brennerei und erinnert an einen achtjährigen Lagavulin, den der Whisky-Autor Alfred Barnard im 19. Jahrhundert lobte. Er reift in Refill-Fässern aus amerikanischer Eiche und wird mit 48 % vol. abgefüllt. Rauchiger und direkter als der 16-Jährige.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Brennerei | Lagavulin (Diageo) |
| Region | Islay, Schottland |
| Whisky-Typ | Single Malt Scotch Whisky |
| Alter | 8 Jahre |
| Fass | Refill-Fässer aus amerikanischer Eiche |
| Torf/Rauch | ja, kräftig |
| Alkoholgehalt | 48 % vol. |
| Farbstoff | mit Zuckerkulör |
Was ist der Lagavulin 8 Jahre?
Lagavulin ist vor allem für seinen 16-Jährigen bekannt. Zum 200-jährigen Bestehen der Brennerei im Jahr 2016 kam ein deutlich jüngerer Whisky hinzu: der Lagavulin 8 Jahre. Ursprünglich wurde er laut whisky.com als limitierte Jubiläumsabfüllung vorgestellt; heute ist er weiterhin im Handel erhältlich. Laut Produkttitel bekommst du eine 0,7-Liter-Flasche mit 48 % vol.
Die Abfüllung teilt sich die Produktseite mit anderen Lagavulin-Varianten, deshalb sind die dort angezeigten Kundenbewertungen nicht eindeutig diesem Whisky zuzuordnen. Unabhängig davon hat sich der 8-Jährige unter Islay-Fans einen festen Platz erobert.
Die Geschichte hinter dem 8-Jährigen
Die Idee geht auf Alfred Barnard zurück, einen Whisky-Reiseautor des 19. Jahrhunderts, der in den 1880er-Jahren auch Islay besuchte. Bei seinem Besuch auf Islay probierte er einen achtjährigen Lagavulin und bezeichnete ihn als „exceptionally fine“ – außergewöhnlich fein. Mehr als 130 Jahre später griff die Brennerei diese Episode auf.
Das ist auch eine bewusste Aussage gegen den Trend: Während viele Brennereien junge Whiskys ohne Altersangabe abfüllen, schreibt Lagavulin die acht Jahre offen aufs Etikett. Das Portal whisky.com hob hervor, dass Lagavulin sich damit dem Trend zu Abfüllungen ohne Altersangabe entzieht, die Diageo als „flavor led“ beschreibt.
Für dich als Genießer ist der 8-Jährige damit auch ein kleines Lehrstück: Er zeigt, wie Lagavulin schmeckt, bevor viele Jahre im Fass den Rauch abrunden und Frucht und Holz in den Vordergrund treten. Wer beide Abfüllungen nebeneinander probiert, erlebt sehr anschaulich, was Fassreife mit einem Destillat macht. Ein solcher Vergleich ist lehrreicher als jede Beschreibung und eignet sich gut für eine kleine Verkostung zu zweit.
Brennerei und Herkunft
Lagavulin liegt an der Südküste von Islay, zwischen Laphroaig und Ardbeg. Gegründet wurde die Brennerei 1816 von John Johnston. Seit 1927 gehört sie zum Vorgängerunternehmen des heutigen Eigentümers Diageo. 1988 wurde Lagavulin in die Reihe der „Classic Malts“ aufgenommen.
Islay ist die Heimat der torfigen Whiskys. Das Malz wird dort traditionell über Torffeuer getrocknet, was dem Whisky Rauch, maritime Noten und oft eine gewisse Medizinalität verleiht.
Herstellung: Junge Reife im Refill-Fass
Laut whisky.com reift der 8-Jährige in Refill-Fässern aus amerikanischer Eiche, also in Fässern, die schon mehrfach belegt waren. Solche Fässer geben weniger Holzaroma ab als frische oder erstbefüllte Fässer. Das Ergebnis ist ein Whisky, in dem der Charakter des Destillats stärker im Vordergrund steht – bei Lagavulin vor allem der Rauch.
Abgefüllt wird mit 48 % vol. Laut The Whisky Exchange enthält der Whisky Zuckerkulör als Farbstoff.
| Merkmal | Lagavulin 8 | Lagavulin 16 |
|---|---|---|
| Alter | 8 Jahre | 16 Jahre |
| Alkoholgehalt | 48 % vol. | 43 % vol. |
| Charakter laut Fachhandel | rauchiger, bissiger, weniger Frucht | runder, fruchtiger |
Stil laut Diageo
Wir haben den Whisky nicht selbst verkostet. Die offiziellen Notizen beschreiben eine weiche, saubere Nase mit einem Hauch Milchschokolade und Zitrone, die sich zu teeartigem Rauch und maritimen Aromen entwickelt. Mit Wasser zeige sich eine Spur roter Beeren. Der Körper sei leicht und werde angenehm ölig. Am Gaumen nennt Diageo einen vollen Lagavulin-Geschmack, verkohlt, mit minziger dunkler Schokolade. Der Abgang sei lang und rauchig, mit Schokoladen-Tanninen, die den Gaumen trocken zurücklassen.
The Whisky Exchange beschreibt ihn im Vergleich zum 16-Jährigen als weniger fruchtig, dafür rauchiger und mit mehr Biss. Mehr zum Stil findest du in unserer Rubrik rauchiger Whisky.
Genuss, Zielgruppe und Alternativen
Bei 48 % vol. lohnt sich Wasser: Erst pur probieren, dann ein paar Tropfen hinzufügen – laut Diageo wird der Whisky dadurch süßer und würziger. The Whisky Exchange nennt als Speisebegleitung Ziegenkäse, Hähnchen-Satay und Ramen. Bitte genieße Whisky in Maßen; Spirituosen sind nur für Erwachsene ab 18 Jahren.
Lohnend ist er für dich, wenn du rauchige Islay-Malts magst und einen direkteren, jüngeren Ausdruck von Lagavulin kennenlernen willst. Für Rauch-Neulinge ist der runde Lagavulin 16 Jahre meist der sanftere Einstieg. Mit Sherry-Finish gibt es außerdem die Lagavulin Distillers Edition; von der Nachbarbrennerei bietet sich der Laphroaig 10 Jahre zum Vergleich an.
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Häufige Fragen
Warum gibt es einen 8-jährigen Lagavulin?
Er erinnert an Alfred Barnard, der bei seinem Besuch in den 1880er-Jahren einen achtjährigen Lagavulin als außergewöhnlich fein lobte. Die Abfüllung erschien 2016 zum 200. Jubiläum.
In welchen Fässern reift er?
Laut whisky.com in Refill-Fässern aus amerikanischer Eiche.
Ist der Lagavulin 8 rauchiger als der 16?
Laut Fachhandel ja: rauchiger und bissiger, mit weniger Frucht als der 16-Jährige.
Welchen Alkoholgehalt hat er?
Er wird mit 48 % vol. abgefüllt.
Quellen
- whisky.com: Lagavulin 8 Years Old to start 200th anniversary
- The Whisky Exchange: Lagavulin 8 Year Old 200th Anniversary
- Kensington Wine Market: Lagavulin (Brennereigeschichte)
- Produktangaben bei Amazon
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