Kurz gesagt: Rittenhouse Rye ist ein Straight Rye Whiskey von Heaven Hill, der im Stil der alten Pennsylvania-Ryes hergestellt und als Bottled in Bond mit 100 Proof (50 % vol.) abgefüllt wird. Er reift vier Jahre und gilt bei Bartendern als Referenz-Rye. Laut Titel in der 0,7-Liter-Flasche.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hersteller | Heaven Hill, Kentucky, USA |
| Whisky-Typ | Straight Rye Whiskey, Bottled in Bond |
| Maische | 51 % Roggen, Rest Mais und Gerstenmalz |
| Alter | 4 Jahre |
| Alkoholgehalt | 50 % vol. (100 Proof) |
| Inhalt | 0,7 l |
Was ist Rittenhouse Rye?
Rittenhouse ist eine Rye-Marke mit langer Geschichte. Laut Difford’s Guide hieß sie früher „Rittenhouse Square Rye“ und wird heute im Stil hergestellt, der einst für Ryes aus Pennsylvania typisch war. Das Etikett greift Grafiken der Original-Verpackung aus der Zeit nach der Prohibition im Art-déco-Stil der 1930er-Jahre auf.
Laut Produkttitel kommt die Flasche mit 0,7 l Inhalt. Die im europäischen Handel angebotene Abfüllung ist laut Difford’s Guide die Bottled-in-Bond-Version mit 100 Proof, also 50 % vol., und einer Reifezeit von vier Jahren. Prüfe die Angaben auf dem Etikett deiner Flasche.
Hersteller & Herkunft
Rittenhouse gehört zu Heaven Hill, einem 1934 gegründeten Familienunternehmen aus Bardstown, Kentucky, das auch Elijah Craig und Evan Williams herstellt. Obwohl die Marke an die Pennsylvania-Tradition erinnert, wird sie also heute in Kentucky produziert.
Rye war vor der Prohibition vor allem im Nordosten der USA verbreitet, und Pennsylvania galt als Zentrum dieses Stils. Nach 1933 verlor Rye stark an Bedeutung. Dass Marken wie Rittenhouse überlebt haben, ist ein Grund, warum Bartender den Whiskey heute als Bindeglied zu klassischen Cocktail-Rezepten schätzen.
Bottled in Bond und Rezeptur
„Bottled in Bond“ ist eine in den USA gesetzlich geregelte Kennzeichnung mit festen Vorgaben unter anderem zu Trinkstärke und Mindestreifezeit. Rittenhouse erfüllt sie mit 100 Proof und vier Jahren Reifung. Für dich ist das ein nachprüfbares Qualitätsmerkmal auf dem Etikett, das Herkunft und Mindestalter transparent macht.
Die Maische enthält 51 % Roggen, ergänzt durch Mais und gemälzte Gerste. Zu den genauen Anteilen machen die Quellen leicht unterschiedliche Angaben: Difford’s Guide nennt 35 % Mais und 14 % Gerstenmalz, Drinkhacker 37 % Mais und 12 % Gerstenmalz. Klar ist: Rittenhouse ist ein Rye mit vergleichsweise hohem Maisanteil, was ihn runder macht als sehr roggenreiche Rezepturen.
Stil: was dich erwartet
Offizielle Verkostungsnotizen von Heaven Hill liegen uns nicht vor. Difford’s Guide beschreibt einen würzigen, holzigen Rye mit cremiger Vanille, Ingwer, Kirsche und einem Hauch dunkler Schokolade, die Nase mit Nüssen und Banane, den Abgang trocken mit Eiche und anhaltender Würze. Das Fazit dort: eine Art Referenz dafür, wie Rye schmecken sollte.
Drinkhacker nennt Lebkuchen, Orangenschale, Crème brûlée und dunkle Schokolade und schreibt, dass der Whiskey mit einem Tropfen Wasser deutlich weicher wird.
Genuss: ein Bartender-Favorit
Rittenhouse ist vor allem als Cocktail-Rye bekannt. Mit 50 % vol. setzt er sich gegen Wermut, Bitter und Zucker durch:
- Manhattan: 5 cl Rye, 2,5 cl roter Wermut, 2 Spritzer Angostura, auf Eis verrühren und in eine vorgekühlte Schale abseihen.
- Old Fashioned: 5 cl Rye, 1 Barlöffel Zuckersirup, 2 Spritzer Angostura, auf einem großen Eiswürfel verrühren, mit Orangenzeste abspritzen.
- Whiskey Sour: 5 cl Rye, 2,5 cl Zitronensaft, 1,5 cl Zuckersirup, kräftig shaken und auf Eis servieren.
Pur probierst du ihn aus einem Nosing-Glas aus unserer Kategorie Whiskygläser, zuerst ohne, dann mit ein paar Tropfen Wasser. Whisky ist eine Spirituose: Genieße ihn bewusst und in Maßen, Abgabe nur an Erwachsene ab 18 Jahren.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Rittenhouse wurde in den vergangenen Jahren mehrfach neu gestaltet; Drinkhacker berichtet von einem überarbeiteten, an die 1930er-Jahre angelehnten Etikett bei unverändertem Inhalt. Achte deshalb weniger auf die Optik als auf die Angaben: „Bottled in Bond“, 100 Proof bzw. 50 % vol. und „Straight Rye Whisky“ sollten auf dem Etikett stehen.
In den USA war Rittenhouse zeitweise so gefragt, dass Händler die Abgabe pro Kunde begrenzten, wie Drinkhacker schreibt. Hierzulande ist er in der Regel gut erhältlich. Zur Aufbewahrung gilt: Flasche stehend, dunkel und bei gleichmäßiger Temperatur lagern, damit der Verschluss nicht dauerhaft mit dem Whiskey in Kontakt ist.
Für wen lohnt er sich – und für wen eher nicht?
- Für Hobby-Bartender, die einen klassischen Rye für Manhattan und Co. suchen.
- Für Whiskey-Fans, die Wert auf nachprüfbare Kennzeichnungen wie Bottled in Bond legen.
- Für alle, die den Pennsylvania-Stil kennenlernen wollen.
Eher nicht, wenn du einen milden Whiskey mit 40 % vol. suchst oder Rye nur pur und ohne Wasser trinken willst. Alternativen mit gleicher Trinkstärke sind Knob Creek Rye, ein Bourbon desselben Hauses ist Elijah Craig Small Batch. Mehr Auswahl bietet die Kategorie Rye Whiskey.
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Häufige Fragen
Was bedeutet „Bottled in Bond“?
Eine gesetzlich geregelte US-Kennzeichnung mit Vorgaben unter anderem zu Trinkstärke (100 Proof) und Mindestreifung.
Wie alt ist Rittenhouse Rye?
Laut Difford’s Guide vier Jahre.
Wie viel Alkohol hat Rittenhouse Rye?
100 Proof, also 50 % vol.
Wo wird Rittenhouse hergestellt?
Bei Heaven Hill in Kentucky, im Stil der früheren Pennsylvania-Ryes.
Quellen
- Difford’s Guide: Rittenhouse Bottled in Bond
- Drinkhacker: Rittenhouse Straight Rye Bottled in Bond
- Heaven Hill: Unternehmensangaben (Pressemitteilung)
- Produktangaben bei Amazon
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Knob Creek Rye: Small Batch Rye mit 50 % vol. aus Kentucky
Elijah Craig Small Batch: Kentucky Bourbon von Heaven Hill
Jim Beam Rye: Kentucky Straight Rye im Pre-Prohibition-Stil
Stork Club Straight Rye: Roggenwhiskey aus dem Spreewald
Woodford Reserve Rye: Kentucky Straight Rye mit 45,2 % vol.
Bulleit 95 Rye: Rye Whiskey mit 95 % Roggen in der Maische