Kurz gesagt: Die Lagavulin Distillers Edition ist ein rauchiger Islay Single Malt, der nach der Hauptreifung ein Finish in Pedro-Ximénez-Sherryfässern erhält. Sie erscheint in jährlichen Editionen, die sich leicht unterscheiden können. Das Ergebnis verbindet Torfrauch mit dunkler, rosiniger Süße.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Brennerei | Lagavulin (Diageo) |
| Region | Islay, Schottland |
| Whisky-Typ | Single Malt Scotch Whisky |
| Fass | Finish in Pedro-Ximénez-Sherryfässern |
| Torf/Rauch | ja |
| Abfüllung | jährliche Editionen (Destillations- und Abfülljahr auf dem Etikett) |
Was ist die Lagavulin Distillers Edition?
Die Distillers Edition ist die Antwort von Lagavulin auf die Frage, wie Islay-Rauch und Sherry-Süße zusammenpassen. Der Whisky reift zunächst klassisch und erhält anschließend ein Finish in Fässern, die zuvor Pedro-Ximénez-Sherry enthielten. Der kanadische Fachhändler Kensington Wine Market bezeichnet das als „Double Matured“, also doppelt gereift.
Wichtig zu wissen: Die Distillers Edition erscheint in jährlichen Editionen. Auf dem Etikett stehen in der Regel Destillations- und Abfülljahr. Die Whisky-Datenbank peated.com listet zahlreiche Editionen dieser Serie; die jüngeren werden dort ohne Altersangabe geführt. Ältere Editionen basierten laut Kensington Wine Market auf einem 16-jährigen Lagavulin, der rund ein Jahr im PX-Fass nachreifte.
Die genaue Edition der hier angebotenen Flasche und ihren Alkoholgehalt findest du in der Produktbox oben bzw. auf dem Etikett. Bisherige Editionen wurden mit 43 % vol. abgefüllt.
Brennerei und Herkunft
Lagavulin liegt an der Südküste von Islay, zwischen Laphroaig und Ardbeg. Offiziell besteht die Brennerei seit 1816; illegale Brennblasen soll es an diesem Ort schon seit den 1740er-Jahren gegeben haben. 1927 kam Lagavulin zur DCL, einer Vorgängerin des heutigen Eigentümers Diageo, und wurde 1988 eine der „Classic Malts“.
Lagavulin gilt als Brennerei mit ausgeprägtem Rauch; der Blogger Galumbi beschreibt ihre Whiskys als ziemlich kräftig rauchig. Gerade deshalb ist die Distillers Edition interessant: Sie zeigt, wie viel Raum ein so markantes Destillat für zusätzliche Aromen lässt. Statt den Rauch zu verdecken, soll das Finish ihm eine süße, dunkle Begleitung geben. Für viele Genießer ist die Edition deshalb der Lagavulin für besondere Abende, während der 16-Jährige der verlässliche Klassiker bleibt. Ein direkter Vergleich beider Abfüllungen ist eine der schönsten Möglichkeiten, den Einfluss eines Sherry-Finishs zu erleben.
Herstellung: Warum ausgerechnet Pedro Ximénez?
Pedro Ximénez, kurz PX, ist ein sehr süßer Dessertsherry aus getrockneten Trauben. Fässer, in denen er lag, geben typischerweise Noten von Rosinen, Feigen, Datteln, Melasse und dunkler Schokolade an den Whisky ab. Bei einem kräftig torfigen Malt wie Lagavulin wirkt diese Süße wie ein Gegengewicht zum Rauch.
| Komponente | Typischer Beitrag |
|---|---|
| Lagavulin-Destillat | Torfrauch, maritime Noten, Malz |
| Pedro-Ximénez-Finish | Rosinen, dunkle Frucht, Süße |
Ein Finish verändert den Grundcharakter nicht, sondern legt eine zusätzliche Schicht darüber. Du hast also weiterhin einen eindeutig rauchigen Islay-Malt im Glas. Mehr über diesen Fasstyp erfährst du in unserer Rubrik Sherryfass-Whisky.
Stil laut Produzent
Wir haben den Whisky nicht selbst verkostet. Für die Edition 2018 gibt Kensington Wine Market die Notiz des Produzenten wieder: In der Nase intensiver Torf und Vanille, dazu eine rosinenartige Süße, die den Rauch abmildert, sowie knackig geröstetes Malz. Am Gaumen süß und reich, mit klarem Malz, Rauch, einer spürbaren Salznote, Kaffee, Vanille und einem Hauch Frucht. Der Abgang sei für einen Islay-Whisky außergewöhnlich lang, mit Frucht, Torf und anhaltender Eiche.
Für die Edition 2017 nennt der Händler dagegen getrocknete dunkle Früchte, dunkle Schokolade und Melasse mit zartem Rauch. Das zeigt: Zwischen den Editionen gibt es Nuancen, der Grundstil – Rauch plus dunkle Sherry-Süße – bleibt aber gleich. Auch der Blogger Galumbi weist darauf hin, dass der Geschmack von Charge zu Charge leicht variieren kann.
Genuss und für wen er sich lohnt
Trink die Distillers Edition pur aus einem Nosing-Glas und lass sie ein paar Minuten atmen; ein paar Tropfen Wasser kannst du im zweiten Schluck ausprobieren. Als Begleitung passen dunkle Schokolade, Datteln, Blauschimmelkäse oder ein Stück Früchtebrot. Bitte genieße Whisky in Maßen; Spirituosen sind ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren.
Lohnend ist sie für dich, wenn du rauchige Whiskys magst und Lust auf eine süßere, dunklere Interpretation hast – oder wenn du Sherry-Fan bist und dich an Rauch herantasten willst. Weniger passend ist sie, wenn du gar keinen Rauch magst oder leichte, frische Malts bevorzugst.
Alternativen
Ohne Sherry-Finish und mit klarer Altersangabe ist der Lagavulin 16 Jahre der Klassiker der Brennerei. Jünger und rauchbetonter zeigt sich der Lagavulin 8 Jahre. Einen anderen Islay-Stil mit jodigen Noten bietet der Laphroaig 10 Jahre.
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Häufige Fragen
Was ist das Besondere an der Distillers Edition?
Sie erhält nach der Hauptreifung ein Finish in Pedro-Ximénez-Sherryfässern, das den Torfrauch mit dunkler, rosiniger Süße ergänzt.
Hat die Distillers Edition eine Altersangabe?
Ältere Editionen basierten auf einem 16-jährigen Lagavulin. Neuere Editionen werden ohne Altersangabe geführt; Destillations- und Abfülljahr stehen auf dem Etikett.
Schmeckt jede Edition gleich?
Nicht ganz. Der Grundstil bleibt, aber zwischen den Jahrgängen gibt es Nuancen.
Ist sie rauchig?
Ja. Trotz Sherry-Finish bleibt sie ein klar rauchiger Islay-Malt.
Quellen
- Kensington Wine Market: Lagavulin Distillers Edition 2018
- peated.com: Lagavulin Distillers Edition
- Galumbi: Pure Spirits – Lagavulin Distillers Edition
- Produktangaben bei Amazon
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